Lidocain intravenös?

Dieser Artikel erschien in Anästhesie aktuell. Seitdem das European Resuscitation Council Lidocain weitgehend aus der Therapie der Herzrhythmusstörungen genommen hat, sind auf unserer Intensivstation die intravenösen Dauerinfusionen mit Lokalanästhestika (LA) verschwunden. Schaut man sich aber in englisch-sprachigen Zeitschriften um, haben Versuche mit i.v. gegebenen LA in ganz anderem Zusammenhang Konjunktur.

  • Kürzlich berichteten Schafranski et al.1 über eine erfolgreiche Behandlung von Fibromyalgie-Patienten mit 2 %igem Lidocain. Die Dosierungen stiegen über 5 Tage von 2 auf 5 mg / kg KG. Sowohl Schmerzscore wie ein Fibromyalgie-Fragebogen zeigten signifikante Verbesserungen nicht nur nach der letzten Infusion sondern auch noch 30 Tage später. Das verwendete Regime erwies sich als sicher.
  • Ebenfalls ganz aktuell zeigten M. Marmura und Kollegen2 den Einfluss von intravenösem Lidocain auf therapierefraktären chronischen täglichen Kopfschmerz und auf Cluster-Kopfschmerz. Zu Beginn der Behandlung hatten die 68 untersuchten Patienten noch 7,9 Punkte auf einer 11-Punkte umfassenden Kopfschmerzskala. Nach durchschnittlich 8,5 Tagen Behandlung verbesserten sich die Kopfschmerzen auf nur 3,9 Punkte. Die Autoren rätseln über den Wirkmechanismus.

Über die Rolle von Lidocain im postoperativen Schmerz-Management werden wir noch berichten.


1)    Schafranski MD et al. Clin Rheumatol. 2009 Mar 5. [Epub ahead of print]
2)    Marmura M et al. Headache. 2009 Feb;49(2):286-91

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