Der Zugang zu den Luftwegen

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Was bietet die Videolaryngoskopietechnik? (Dörges, Kiel)
Dieser Artikel erschien in Anästhesie aktuell Zur Verfügung stehen Airtraq®, GlideScope® und V-Mac® bzw. C-MAC® Videolaryngoskop.
Das Airtraq® (http://www.b-und-p.com/) ist ein indirektes Einmal-Laryngoskop. Der Tubus wird gemeinsam mit dem Laryngoskop eingeführt. Ein direkter Blick auf die Stimmritze ist nicht möglich. Es liegt eine Reihe sehr positiver Untersuchungen vor; u. a. bei immobilisierter Halswirbelsäule (HWS), extrem übergewichtigen Patienten. Nachgewiesen wurde eine höhere Erfolgsrate bei erwartet schwieriger Intubation und bei ungeübten Anwendern.
Nachteilig: kleines Bild durch ein optisches System, als Einmalgerät teuer (um 70 €).
Sehr ähnlich ist das von Ambu vertriebene Pentax Airway Scope® (http://www.pentaxeurope.com/). Das batteriebetriebene Mehrweggerät besitzt ein Farbdisplay mit hoher Auflösung. Nur die aufsteckbaren Spatel sind Einwegprodukte. Der Preis liegt aber um die 10.000 €!
Unser Kommentar: Airtraq kann ich mir gut vorstellen beim niedergelassenen Anästhesisten, der verschiedene Arbeitsstellen betreut, ein guter Intubateur ist, aber für unvorhergesehene Schwierigkeiten ein Reserveinstrument benötigt. Oder für den NAW. Ebenfalls für Narkoseaußenstellen, überall dort, wo kein teures Instrumentarium wie ein Bronchoskop verfügbar ist.
Das GlideScope® (www.verathon.com/glidescope_index.htm) verfügt über einen speziell geformten um 60° stark gebogenen Spatel. Ausgestattet sind die verschieden großen Modelle (auch für Kinder) mit einer LED-Lichtquelle, einem distalen Chip und einem separaten 7“ Monitor. Es existiert auch ein mobiles batteriebetriebenes System. Sie können keinen direkten Blick auf die Glottis werfen, müssen also den gesamten Intubationsvorgang über Monitor verfolgen. Der Blickwinkel ist gegenüber der konventionellen Laryngoskopie erheblich erweitert, aufgrund der Biegung des Instrumentes besonders inventraler Richtung. In einer präsentierten Untersuchung waren bei Cormack/Lehane-Patienten der Klasse II, III und IV 39 von 40 Patienten im 1. Versuch mit dem GlideScope intubierbar. 1 Patient benötigte einen 2. Versuch. Dörges warnte: Sollten Sie den benötigten Führungsstab nicht rechtzeitig zurückziehen, besteht die Gefahr von Trachealverletzungen (Grund: Durch die Krümmung des Instrumentes zielt der Tubus stark auf die Vorderwand der Trachea).
Der „normalen“ Laryngoskopie am nächsten kommt die Videolaryngoskopie (V-MAC® / C-MAC®) der Fa. Storz (www.karlstorz.de); umständliche website; Sie müssen sich erst registrieren lassen, bevor Sie Informationen bekommen). Auf ein recht konventionell aussehendes Laryngoskop wird eine Kamera aufgesteckt. Der Blickwinkel vom vorderen Spatelende aus beträgt etwa 60° (gegenüber ca. 15° bei der konventionellen Laryngoskopie). Die Kamera können Sie auch verwenden für flexible Bronchoskope und Bonfils-Endoskope.
Interessant ist die Möglichkeit der Intubation auf konventionellem Weg. Damit können Sie besonders Anfänger gut überwachen, die dann selbst das Laryngoskop auf herkömmliche Weise benutzen, während Sie den Vorgang per Video mit beobachten und ggf. dirigieren können. Zusätzlich haben Sie durch den vergrößerten Blickwinkel eine gute Option für deutlich verbesserte Bedingungen bei schwieriger Intubation.
Das Bonfils-Fiberskop (www.karlstorz.de) wurde von Bein (Kiel) vorgestellt. Das wie ein Hockeyschläger gebogene starre Endoskop wird typischerweise seitlich („retro-molar“) eingeführt, nie in der Mittellinie. Vor der Glottis sollten Sie stoppen und den aufgefädelten Tubus allein unter Sicht vorschieben. Die Lernkurve ist steil, man benötigt etwa 20 Intubationen, um sich sicher zu fühlen. Bein empfiehlt die Anwendung bei bekannt schwierigem Atemweg nur dann, wenn eine Maskenbeatmung möglich ist. Er ist wegen relativ hohem Zeitbedarf zurückhaltend bei der Anwendung in der Pädiatrie.
Eine Anwendung mit einem (im Konnektionsbereich gekürzten) Doppellumentubus wird vorgestellt.
Schnelles und zielgerichtetes Handeln mit dem Doppellumen-Tubus: Informieren Sie sich im E-Book: Seitengetrennte Beatmung über häufige Probleme und deren Erkennung und Beseitigung.
Es liegt nahe, das Bonfils-Fiberskop mit der konventionellen fiberoptischen Intubation zu vergleichen. Bein stellte den folgenden Vergleich auf:
Vergleich: Bonfils-Fiberskop vs. Flexible Fiberoptik
Bonfils-Fiberskop:
| Flexible Fiberoptik:
|
Unser Kommentar: Auch wenn es noch so wünschenswert ist: Nicht jeder Kollege beherrscht die fiberoptische Intubation. Das Bonfils-Endoskop scheint mir eine einfacher anzuwendende Alternative zu sein.
Perkutane Dilatationstracheotomie (Byhahn, Frankfurt)
Die Kernaussagen sind:
- Die chirurgische Tracheotomie und die dilatativen Punktionsverfahren sind gleichwertig im Hinblick auf Komplikationen, mit denen in 0,5 % der Anlagen zu rechnen ist.
- Alle Methoden der Punktionstracheotomie sind gleichwertig. In Deutschland wird mit 80 % am häufigsten die Methode „Blue Rhino“ (http://www.cookmedical.com/) angewendet.
- Die Methode nach Fantoni ist besonders günstig bei hämostaseologischen Störungen (Tracheotomiekanüle wird von innen durch die Trachea gezogen – die entstandene Öffnung wird sofort durch die hindurchgezogene Kanüle tamponiert.).
- Die Methode „Ciaglia Blue Dolphin“ (www.cookmedical.com) ist neu und kann noch nicht beurteilt werden. Hierbei wird in einem Schritt mit Hilfe eines Ballons das Gewebe so komprimiert, dass der Tubus anschließend problemlos eingeführt werden kann (übersichtliche Animation und interaktiver Simulator unter www.cookmedical.com/cc/datasheetFeature.do?id=4397).
Hinweis: Eine schöne Übersicht verschiedener Tracheotomie-Methoden bietet www.tracheotomie-online.de.
Dieses Thema wurde auf dem Kongress der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) 2008 behandelt.
Weitere Themen finden Sie unter
- Kongresssplitter - willkürlich ausgewählte Informationen vom DIVI 2008
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