WHO-Stufenschema für die Tumorschmerztherapie

Dieser Artikel erschien in Anästhesie aktuell Allgemein anerkannt ist das Stufenschema der WHO für die Tumorschmerztherapie. Dieses ist aber als Orientierungshilfe aufzufassen. Es darf auf keinen Fall dazu führen, dass Sie auf einen individuell angepassten Therapieplan verzichten. Bei initial sehr starken Schmerzen sollten Sie die ersten beiden Stufen überspringen.

Grundregeln für die medikamentöse Therapie chronischer Schmerzen sind:

  • regelmäßige Einnahme nach festem Zeit- und Stufenschema,
  • retardierte, lang wirksame Präparate: Die nächste Medikamentengabe muss erfolgen, bevor der schmerzstillende Effekt der vorangegangenen Applikation verbraucht ist.
  • individuelle Dosierung,
  • Verordnung einer Bedarfsmedikation, idealerweise ein rasch wirksames, nicht retardiertes Präparat für die Behandlung von Schmerzspitzen,
  • Verordnung von Co-Analgetika,
  • Behandlung von Nebenwirkungen durch Begleitmedikamente.

WHO-Schema I: Nicht-Opioid-Analgetika

Name   

Dosis 

Kommentar

Paracetamol (Ben-u-ron®)

5 x 1.000 mgWirkdauer ca. 4 h

Keine gastrointestinalen NW, Vorsicht bei Leberschaden, Tageshöchstdosis: 6 g

Metamizol (Novalgin®)

5 x 1.000 mgWirkdauer ca. 4 h

Leukopenie, Agranulozytose, keine gastrointestinalen NW, spasmolytische Wirkung, Kreislaufdepression, cave Asthma!

Ibuprofen (Imbun®, Nurofen® u. a.) Acetylsalicylsäure (Aspirin®, ASS®) Diclofenac (Voltaren® u. a.), Coxibe

2 x 800 mg ret.Wirkdauer 12 h

gastrointestinale NW, Vorsicht bei komp. Niereninsuffizienz, Arzneimittelinteraktionen

Flupirtin (Katadolon®, Trancopal®)

3 x 100 mg1 x 400 mg

muskelrelaxierende Wirkunggut bei neuropathischem Schmerzsedierend, cave Lebertoxizität

WHO-Schema II: Schwach wirksame Opioid-Analgetika

Name

Dosis

Kommentar

Tramadol ret. (Tramal®)

2 x 50–300 mg

Übelkeit, Erbrechen,Schwitzen, MundtrockenheitObstipation

Tilidin (Valoron®)

2 x 50–300 mg

Übelkeit, Erbrechen, Schwindel

WHO-Schema III: Stark wirksame Opioid-Analgetika

Name

Dosis

Kommentar

Morphin   

oral, Tropfen, Zäpfchen,i.v., s.c., Granulat, retardierte und nicht retardierte Tabletten

Übelkeit, Erbrechen, Obstipation, Müdigkeit, selten Halluzination, Juckreiz, Schwitzen

Hydromorphon (Palladon®, Jurnista®)

Retardkapseln, nicht retardierte Hartkapseln, i.v.

Keine Anpassung bei Niereninsuffizienz nötig

Oxycodon (Oxygesic®)Oxycodon / Naloxon (Targin®)

Retardtabletten, nicht retardierte Kapseln, i.v.

s.o.

Buprenorphin (Temgesic®); Pflaster: Norspan®, Transtec® PRO

s.l., Pflasters.c.

Ceiling-Effekt (?)

Fentanyl TTS (Durogesic® SMAT)

Pflaster, transmukosal

s.o.

Fentanyl (Abstral®, Actiq®)

s.l., Lutschtabletten

s.o.

Levo-Methadon (L-Polamidon®)

Tropfen

Einstellung nur stationär, günstig bei neuropathischenSchmerzen

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